Offener Brief an die GEW NRW

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Samstag, dem 30.01.2021, hat die Frankfurter Allgemeine auf der ersten Seite unter dem Titel „Mutiertes Virus in Belgien bald dominant“ gemeldet, dass sich die „britische“ Mutante des Virus in Belgien rasend schnell ausbreitet. Derzeit schätzen Forscher ihren Anteil an den Neuinfektionen auf 15 bis 25 Prozent und sie gehen fest davon aus, dass ihr Anteil Ende Februar 90% ausmachen wird. Nun steht aber Belgien nicht einmal auf der Liste der Länder, für die eben deswegen Einreisebeschränkungen verhängt werden sollen. Da es sich um einen direkten Nachbarn der BRD und von NRW handelt mit vielfältigen Verbindungen hierher, wäre aber auch jeder Versuch zum Scheitern verurteilt, mit solchen Maßnahmen den Eintrag dieser Mutante aufhalten zu wollen. Das aber bedeutet, dass man mit einiger Wahrscheinlichkeit damit rechnen muss, dass bis Ende März diese Mutation auch in NRW sich weithin ausbreiten wird. Bekannt und durch erste Untersuchungen aus England bestätigt ist, dass diese Mutation wesentlich ansteckender ist als das bisher dominante Virus. Weitere Berichte von dort besagen, dass sie sich auch unter Kindern schnell verbreitet und erste Fälle in Kitas in Freiburg und in Köln scheinen das zu belegen. Wenn nun, wie von der Landesregierung in NRW – aber nicht nur dort – gewollt, Kitas und Schulen möglichst bald wieder zum Präsenzunterricht übergehen sollen, dann ist unschwer abzusehen, dass das Infektionsgeschehen damit erheblich befeuert wird und das vor allem die Erzieherinnen und Erzieher, die Lehrerinnen und Lehrer treffen wird. Da bekanntlich das Durchschnittsalter gerade in den Lehrerkollegien vergleichsweise hoch ist, sind die Folgen unkalkulierbar. Unterricht zu halten, wir dann zum Himmelfahrtskommando. Von meiner Gewerkschaft erwarte ich deshalb, dass sie jetzt hart und kompromisslos für den Arbeitsschutz eintritt, wenn es sein muss bis hin zur Streikaufforderung. Und konsequenter Arbeitsschutz kann unter den genannten Umständen nur heißen, dass Kitas und Schulen nur dort wieder Präsenzunterricht aufnehmen, wo den Kollegien die Möglichkeit gegeben wurde, sich impfen zu lassen – und zwar mit Impfstoffen, bei denen es recht sicher ist, dass sie auch gegen die „britische“ Mutation wirken, wie dem von BioNTech und Pfizer.

Mit kollegialen Grüßen

Christian Oswald

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