Thesen

Die folgenden Thesen, in denen wir unsere Überlegungen zu der Möglichkeit einer vernünftigeren Einrichtung der gesellschaftlichen Verhältnisse auszuformulieren versucht haben, sind mit Vor- und Nachwort versehen in Buchform unter dem Titel “Jenseits der Arbeitszwangs. Thesen zu einer anderen Gesellschaft” beim Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen und dort erhältlich.

Thesen zu einer anderen Gesellschaft

Weil es so ist, muss es nicht so sein.
(Bertolt Brecht)

Statt einer Einleitung
0. These: Die Arbeitsideologie der traditionellen Arbeiterbewegung hat sich aufgebraucht. Die politisch in die Defensive geratene Linke wird sich erst als progressive Kraft bewähren und gesellschaftliche Veränderungen bewirken können, wenn sie sich bezüglich ihres Verhältnisses zur Arbeit einer Selbstkritik unterzieht.
Text: These_0.pdf

1. These: Es gibt keine notwendige oder natürliche Abhängigkeit der Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen von ihrer individuellen Arbeitsleistung, sondern nur einen historisch gegebenen und gesellschaftlich gesetzten Zwangszusammenhang.
Text: These_1.pdf

2. These: Bedingung der Möglichkeit jeden wirklichen Fortschritts, technischen wie sozialen, ist die Aufhebung des Arbeitszwangs und des Kapitalverhältnisses, das ihn setzt.
Text: These_2.pdf

3. These: Je weiter in der bestehenden Gesellschaft die technischen Möglichkeiten entwickelt werden, die Fessel zu lockern, die die Befriedigung der Bedürfnisse an die Arbeit bindet, desto rigider und gewalttätiger wird der Arbeitszwang in ihr durchgesetzt.
Text: These_3.pdf

4. These: Der Pragmatismus der linken Parteien ist nicht pragmatisch, ihr Realismus nicht realitätsgerecht. Die reformistischen Scheinlösungen, die ihre Programme bieten, verschärfen nur die zentralen gesellschaftlichen Probleme.
a) Die SPD und der Sozialstaat
b) Die Grünen und der Umweltstaat
c) Die Linke und das bedingungslose Grundeinkommen
Text: These_4.pdf

5. These: Die Aufhebung des Arbeitszwanges allein verkrüppelt die Menschen noch mehr als dieser, wenn sie nicht lernen, ihr produktives Potential kollektiv in Besitz und zu humanen Zwecken in Dienst zu nehmen, um es zu entfalten.
Text: These_5.pdf

Ein Exkurs
Die Globalisierung vollendet, wozu mit dem historischen Kompromiss zwischen Kapital und Arbeit in den Industriegesellschaften der Nachkriegszeit der Grundstein gelegt wurde. Sie formiert eine Weltgesellschaft als universellen Schuldzusammenhang.
Text: Exkurs.pdf

6. These: Ihr produktives Potential entfalten und zu autonomen Subjekten werden, können die Einzelnen nur durch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel.
Text: These_6.pdf

7. These: Die Vergesellschaftung der Produktionsmittel erfordert die Aufhebung der Trennung von Staat und Gesellschaft, d.i. die Schaffung einer neuen Struktur des Gemeinwesens.
Text: These_7.pdf

8. These: Eine andere Gesellschaft braucht keine soziale Hierarchie mehr.
Text: These_8.pdf

9. These: Eine andere Gesellschaft ist eine Menschheitsgesellschaft, die sich selbst Zwecke für eine Allgemeinheit empirischer Subjekte setzt.
Text: These_9.pdf

10. These: Erst eine andere Gesellschaft nutzt die Potentiale der modernen Technik.
a) Der weltweite Hunger kann sofort beseitigt werden.
b) Die individuelle Arbeitszeit kann spürbar reduziert werden, ohne dass die Produktion eingeschränkt werden muss, indem die anfallenden Arbeiten auf möglichst viele verteilt werden.
c) Die gesellschaftlich notwendige Arbeit kann noch weiter reduziert werden, wenn endlich niemand mehr nachweislich schädliche Tätigkeiten ausführen muss.
d) Eine kollektive Verkehrsinfrastruktur verbessert die Mobilität der Individuen.
e) Der notwendige Umbau des Produktionsapparates hat im Energiesektor bereits begonnen. Seine konsequente Fortführung erfordert die Einrichtung eines allgemeinen energetischen Konsumtionsfonds.
Text: These_10.pdf

Statt eines Schlusses
Letzte These: In einer anderen Gesellschaft wird die Arbeit abgeschafft.
Text: Letzte_These.pdf

 

Zur Diskussion: Eine andere Gesellschaft denken

Unter diesem Titel starten wir in unserem Blog eine Reihe von Buchbesprechungen, die wir dann auf unserer Thesenseite sammeln. Denn gemeinsam soll ihnen allen sein, dass sie passend zu unseren eigenen „Thesen zu einer anderen Gesellschaft“ solche Schriften zum Gegenstand machen, die ebenfalls die Möglichkeiten grundlegender sozialer Veränderung und der Einrichtung einer freieren Gesellschaft ausloten. Da sich diese Werke im Feld der konkreten Utopie bewegen, das es je nach dem Stand der tatsächlichen Entwicklung stets neu auszumessen gilt, dürfen die Leser keine Rezensionen im klassischen Sinn erwarten. Weder soll ihnen eine Lektüre empfohlen oder von ihr abgeraten werden, noch sollen die Leistungen der Autoren bewertet oder gar verrissen werden. So wie die meisten von ihnen ihre eigenen Überlegungen als einen Diskussionsbeitrag zu einer offenen Frage verstehen, sehen auch die Rezensenten ihre Besprechungen als Beiträge zu einer dringlichen Diskussion in der Sache. Kritik begreifen sie als notwendiges Moment der Erkenntnis. Wo sie formuliert wird, dient sie deshalb dazu, Lücken in der Argumentation zu bezeichnen und offene Fragen zu extrapolieren, um die gemeinsame Diskussion voranzutreiben. Und weil es um die Sache und nicht um die Würdigung eines Werkes geht, das immer in seiner Gesamtheit betrachtet werden muss, behalten sich die Rezensenten auch vor, vielleicht nur Teile oder bestimmte Aspekte der ausgewählten Bücher herauszupicken, die sie im Moment besonders interessieren – und gegebenenfalls bei anderer Gelegenheit auf andere Aspekte desselben Buches zurückzukommen.

  • Was ist Commonismus?

    Was ist Commonismus? Ein Diskussionsbeitrag zu dem Buch von Simon Sutterlütti / Stefan Meretz: Kapitalismus aufheben. Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken, Beiträge zur kritischen Transformationsforschung 5, VSA-Verlag, Hamburg 2018, ISBN 978-3-89965-831-6, 16,80€ (Siehe auch: https://commonism.us/).

 

 

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